Unser Fragekatalog zur Windkraftprüffläche 3 Kordel (Römerberg) an die Verwaltung der Verbandsgemeinde Trier-Land (22.05.2016)

I)  Schutzgut „Wasser“

1. Die umweltfachliche Bewertung  der VG Trier Land zum Kriterium „Wasser“ (1)  erkennt die  hohe  Empfindlichkeit  gegenüber  Verunreinigung  sowie  ungünstige  Schutzwirkung  der  Überdeckung  in  WSG  Zone  II+III.  Neben  diesen  Problematiken  zeigt  die Oberflächenwasserkarte (2)   überwiegend  naturnahe  Gewässer,  Quellen,  Tümpel  und Stillgewässermit sehr hohem Bedeutungsgrad, die ringförmig um das Planungsgebiet angeordnet  sind.  Die  Grundwasserkarte (3)   zeigt  außerdem  eine  erhöhte Wasserwegsamkeit  bzw.  Verbindungen  der  Grundwasserstockwerke  innerhalb  des  Planungsgebiets.  Wir  bitten  um  Erläuterung,  warum  diese  Faktoren  lediglich  zu  einer mittleren  bis  hohen  Risikobewertung  führen  bzw.  welche  Voraussetzungen  noch geschaffen sein müssten, damit das Risiko als „sehr hoch“ eingestuft wird.

2. Der Fachbeirat für Naturschutz und das Gesundheitsamt des Kreises (4)  sowie die SGD Nord (5)  rieten bereits im Frühjahr 2015 in ihren Stellungnahmen zu einem Ausschluss der Prüffläche 3 „Kordel“, aufgrund des hohen Gefährdungspotentials für das Trinkwasser im  WSG  II.  Die  Planungsgesellschaft (6)   empfahl  daraufhin  im  Februar  2016  den Ausschluss von Planungsflächen in Trinkwasserschutzgebieten WSG I & II. Wir bitten deshalb  um  Stellungnahme,  warum  seitens  der  VG  Trier-Land,  trotz  eindeutiger Warnung  der  Fachbehörden  und  der  beauftragten  Planungsgesellschaft,  an  der Planungsfläche 3 festgehalten wird und ein Zielabweichungsverfahren WSG (7)  beantragt wird.

(1) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land  – Themenbereich Windenergie, Umweltbericht  Teil 2 der Begründung , S.65 Februar 2016,
Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier
(2) Landschaftsplan der VG Trier Land, Plan Nr. 3b „Oberflächenwasser“, Dezember 2010, Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier
(3) Landschaftsplan der VG Trier Land, Plan Nr. 3a „Grundwasser“, Dezember 2010, Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier
(4) Stellungnahme der Kreisverwaltung Trier Saarburg  vom 15. Mai 2015 zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans  der VG Trier- Land / Themenbereich Windkraft
(5) Stellungnahme der Struktur-und Genehmigungsordnung Nord Regionalstelle Wasserwirtschaft vom 20. April 2015  zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans  der VG
Trier- Land – Themenbereich Windkraft –
(6) Ergänzung des Landschaftsplans der Verbandsgemeinde Trier-Land zum Thema „Windenergie“, Seite 6f,  Februar 2016 , Fischer + BHM Planungsgesellschaft mbH i.G.
(7) FNP „Windenergie“ VG Trier-Land Beteiligung gem. § 3 Abs. 2 und § 4 Abs. 2 BauGB , Auswertung der Stellungnahmen vom 11.11.2015

II)  Schutzgut „Boden“

1. Laut der umweltfachlichen Bewertung der VG Trier Land zum Kriterium Boden 1  wurde eine  Erosionsgefährdung  ausgeschlossen.  Wir  bitten  um  Erläuterung,  warum  die Abholzung des deklarierten Erosionsschutzwaldes 2 , insbesondere für die Zufahrt, aber auch für die WKA im größeren Ausmaß  (4-6 ha) keinerlei Gefährdung bedeutet.

2. Die umweltfachliche Bewertung   der VG Trier Land zum Kriterium „Boden“ erkennt die Problematik  des  geringen  Filtervermögens  für  Schadstoffe  und  die  hohe Verdichtungsempfindlichkeit  des  Sandsteinverwitterungsbodens  in  der  Planungszone 1 . Die WEA – Wirkprognose zum Schutzgut Boden zeigt äußerst ungünstige Bedingungen auf.  Wir  bitten,  auch  im  Hinblick  auf  die  vorherige  Frage,  um  Erläuterung,  warum  es bzgl. des Bodens, bei der Ableitung der Risikozonen lediglich zu einer mittleren anstatt zu einer sehr hohen Risikobewertung kommt.

(1) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land  – Themenbereich Windenergie, Umweltbericht  Teil 2 der Begründung , S.65. Februar 2016,
Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier.
Seite   von  2 6(2) Landschaftsplan der VG Trier Land, Plan Nr. 2 „Schutzgut Boden“, Dezember 2010, Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier
III)  Schutzgut „Klima“

II)  Schutzgut „Klima“

1. Die umweltfachliche Bewertung der VG Trier Land zum Kriterium „Klima“ (1)  kommt zum Schluss,  dass  keine  bedeutende    Luftaustauschbahnen  betroffen  sind.  Wir  bitten  um Erläuterung,  wie  diese  Bewertung  zustande  kommt,  da  die  mögliche  Zuwegung (2)  (Tauerngrund) in einem Kaltluftentstehungsgebiet von hoher und die Prüffläche in einem Gebiet  mittlerer  Relevanz  liegen (3) .  Diese  Gebiete  sollen  von  Verkleinerung  und  von Verbauung  freigehalten  werden.  Weiter  bitten  wir  um  Erläuterung  im  Hinblick  auf  die Abschätzung der Wirkung, der notwendigen Waldrodung von 4-6 ha (ohne Stromtrasse und Zufahrt) auf den Luftaustausch bzw. die Frischluftentstehung.

2. Im Windaltas Rheinland Pfalz (4,5)  liegen bei 140m ü. Grund in über 93% der Prüffläche 3 Windgeschwindigkeiten von 5,6 bis 6,2 m/s vor. Der Umweltbericht (6)  spricht jedoch von 6 – 6,4 m/s. Woher kommt diese Differenz und sind 0,3 bis 0,5 m/s, die dem Waldgebiet und der Topographie zum Opfer fallen (4,7)  , in diesen Werten eingerechnet?

3. Im  Punkt  „klimaökologische  Ausgleichsflächen“  wird  im  Umweltbericht (6)   auf  die  gut durchlüftete  Kuppe  hingewiesen,  die  fast  die  gesamte  Prüffläche  umfasst.  Diese Frischluftbahn  mündet  im  Kylltal  und  versorgt  schließlich  Trier-Ehrang  mit  Frischluft. Urbane  Bereiche  gelten    bzgl.  der  Ausgleichflächen  als  „unbedingt  schützenswert“ (8)  (Landschaftsplan).    Deren  Bedeutung  wird  als  „mittel“  eingestuft (9) .  Wir  bitten,  auch  im Hinblick auf die vorherigen Fragen, um Erläuterung, warum es bzgl. des Klimas bei der Ableitung der Risikozonen trotzdem nur zu einer „geringen“ Risikobewertung kommt.

(1) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land  – Themenbereich Windenergie, Umweltbericht  Teil 2 der Begründung , S.65. Februar 2016,
Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier.
(2) Ausführungen der Fa. ENERCON-Mindestanforderungen einer Zuwegung (Spezifikation  Zuwegung- und Kranstellfläche E-101/133 m BFT)
(3) Landschaftsplan der VG Trier Land, Plan Nr. 4 „Klima“, Dezember 2010, Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier
(4) Windatlas Rheinland-Pfalz – Energie, die einleuchtet, Juli 2013, Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz,   Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz
(5) Teilfortschreibung des LEP IV-Erneuerbare Energien, Januar 2014, Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz,   Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz
(6) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land  – Themenbereich Windenergie, Umweltbericht  Teil 2 der Begründung , S.11. Februar 2016,
Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier.
(7) Teilfortschreibung des LEP IV-Erneuerbare Energien, S.29f,Januar 2014, Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz,   Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz
(8) Landschaftsplan zum Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Trier-Land,S.101ff, Dezember 2010, Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G.
Trier
(9) Landschaftsplan zum Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Trier-Land,S.103,Tab.31, Dezember 2010, Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft
mbH i.G. Trier

IV)  Schutzgut „Biotope“

1. Die  Zuwegung  durch  den  Tauerngrund  zur  Prüffläche  3  würde  durch  sieben  Biotope (1)  führen.  Sicker-  und  Sumpfquellen,  Jungenwald,  Quellbäche,  Buchenwald  mit Altholzbeständen  und  Silikatfelsen  vor  dem  Römerberg  wären  ausnahmslos  von  der möglichen  Streckenführung 2   betroffen.  Die  Zuwegung  durch  das  ausgewiesene nationale  Schutzgebiet  „Meulenwald“  müsste  für    Schwertransporte  befestigt,  Boden und Fels abgetragen und mehr als 1000 Bäume gefällt werden. Wir bitten deshalb um Erläuterung,  warum  bei  der  Betrachtung  der  Biotope,  die  mögliche    Zuwegung  zur Prüffläche durch drei §30-, zwei BT- sowie drei BK- Biotope außer Acht gelassen wurde.  

2. Bei der Beurteilung des Konfliktpotenzials im Bereich Biotope sind Naturdenkmäler nicht berücksichtigt (3,4). Das Naturdenkmal „ Felsen unter der Fitscherheldkanzel“  (ND-7235-431)  liegt,  trotz  der  “Abgrenzung“ 5 ,  innerhalb  der Prüffläche  3.  Wir  bitten  um  Erläuterung,  welcher  Abstand  zum  Naturdenkmal (Bodenplatte  der  WEA)  zukünftig  eingehalten  werden  muss  und  warum  das Naturdenkmal  inmitten  der  Planungsfläche  kein  Konfliktpotential  darstellt.  Wir  bitten weiter  um  Stellungnahme,  warum  bei  der  Beurteilung  des  Konfliktpotenzials  das „ausgegrenzte“  Naturschutzdenkmal  nicht  erwähnt  wird,  obwohl  die  Problematik  nach wie vor vorliegt  6.

(1) Zugriff auf Kartendienst LANIS /Landschaftsinformationssystem Rheinland-Pfalz, Biotope, 08.05.2016
(2) Ausführungen der Fa. ENERCON-Mindestanforderungen einer Zuwegung (Spezifikation  Zuwegung- und Kranstellfläche E-101/133 m BFT)
(3) Landschaftsplan der VG Trier Land, Plan Nr. 8a „Schutzgebiete und –objekte, Dezember 2010, Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier
(4) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land  – Themenbereich Windenergie, Umweltbericht  Teil 2 der Begründung , S.65. Februar 2016, Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier
(5) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land  – Themenbereich Windenergie, Umweltbericht  Teil 2 der Begründung , S.1, Bild1. Februar 2016, Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier

IV)  Schutzgut „Landschafts-/Ortsbild“

1. Im  südlichen  Teil  der  Prüffläche  3  Kordel  wird  die  potentielle  Eignung (1) des Landschaftsbilds  nach  der  Aufwertung  um  eine  Stufe,  infolge  des Alleinstellungsmerkmals, mit dem höchsten Risikowert 10 „sehr hoch“ angegeben. Bei der realen Eignung (2) zeigt sich schließlich eine Absenkung um 2 Stufen auf den Wert 8 „hoch“. Als visuelle Beeinträchtigung (3) , die zu einer Abwertung führen könnte, ist in der Karte lediglich die visuelle Wirkzone II der Freileitungstrasse im Südosten erkennbar, die jedoch die Planungsfläche gar nicht berührt. Wir bitten um Begründung einer derartigen  Abwertung  um  zwei  Stufen  und  Erläuterung,  warum  es  aufgrund  der  Zielsetzung  bei Landschaftsschutzgebieten  (bzgl.  des  Landschaftsbild),  in  der  sich  die  Prüffläche befindet,  zu  einer  Risikobewertung  unterhalb    von  „sehr  hoch“  kommen  kann.  Weiter bitten  wir um  Erläuterung, warum für die ausgewiesene  Empfindlichkeitszone Kylltal (4), mit landschaftlicher Leitstruktur mitregionaler Bedeutung, ein 1500 m Abstand für den offenen Talbodenbereich unterhalb der Burg Ramstein nicht eingehalten wird.

2. Bei der umweltfachlichen Bewertung der Prüffläche Kordel wird beim umweltfachlichen Kriterium „Landschaftsbild“ (5)  eine Teilflächenrisikoeinschätzung angegeben, die mit den Risikobewertungen  (nördl.  Fläche  1h)  „mittel-gering“,  (Mittelteil  ca.  2/3)  „mittel“  und (südl.  Bereich  ca.  1/3)  „hoch“  angegeben  ist.  Desweiteren  erfolgt  eine  Art „Mittelwertberechnung“  aus  den  Teilflächenrisikoeinschätzungen,  die  im Gesamtergebnis  das  Risiko  „mittel-hoch“  ergibt.  Sollte  die  Prüffläche  in  den  FNP aufgenommen werden, kann eine Windkraftanlage an jeden beliebigen Punkt der Fläche gesetzt werden, auch in die Bereiche in denen das Risiko „hoch“ ist. Wir bitten deshalb um Erläuterung, warum nicht die höchste Teilflächenrisikoeinschätzung gleichzeitig das Gesamtergebnis bestimmen muss.  

Anm.: Eine derartige Verrechnung von Risikoeinschätzungen würde den Kommunen bei Bedarfsplanungen für die Gefahrenabwehr erhebliche Kosten sparen, wäre im Hinblick auf die reale Gefährdung jedoch untauglich.

3. Die  Modellaussagen  der  digitalen  Sichtfeldanalyse  sind  im  Hinblick  auf  die Untersuchungen,  den  Landschaftsplan  und  der  realen  Begutachtung  mit  allen Gütekriterien   (Objektivität, Reliabilität, Validität) von Untersuchungen unvereinbar. Wir bitten  um  eine  allgemein  verständliche  und  nachvollziehbare  Erläuterung,  wie  es anhand der Untersuchungsergebnisse (6) , dem fehlenden Einbeziehen der Hochmark als sensibler  Landschaftraum,  den  Ausführungen  des  Landschaftsplans  und  der Rechtsverordnung für das LSG und der fehlenden Fotomontagen vom   Kylltalradweg, der  Hochmark  und  des  Eifelsteigs,  zu  einer  derartigen (7) Schlussfolgerung  kommen kann!  Desweiteren bitten wir um Klärung, warum sich die hintere dargestellte WKA in der Fotomontage (8) nicht im Plangebiet  befindet.

(1) Landschaftsplan der VG Trier – Land Plan Nr. 1. Potentielle Eignung des Landschaftsbilds. Mai 2012, Architekt Karlheinz Fischer Trier
(2) Landschaftsplan der VG Trier – Land Plan Nr. 4. Reale Eignung des Landschaftsbilds. Mai 2012, Architekt Karlheinz Fischer Trier
(3) Landschaftsplan der VG Trier – Land Plan Nr. 2. Visuelle Beeinträchtigungen im Landschaftsbild. Mai 2012, Architekt Karlheinz Fischer Trier
(4) Landschaftsplan der VG Trier – Land Plan Nr. 6. Risikoeinstufung Landschaftsbild. Mai 2012, Architekt Karlheinz Fischer Trier
(5) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land, Themenbereich Windenergie, Umweltbericht Teil 2 der Begründung. Februar 2016, Architekt Karlheinz Fischer Trier
(6) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land,Themenbereich Windenergie, Anhang 1 zum Umweltbericht, Digitale Sichtfeldanalyse (SFA) . Tabelle S7. Februar 2016, Architekt Karlheinz Fischer Trier
(7) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land,Themenbereich Windenergie, Anhang 1 zum Umweltbericht, Digitale Sichtfeldanalyse (SFA) . 2.Absatz S9. Februar 2016, Architekt Karlheinz Fischer Trier
(8) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land, Themenbereich Windenergie,Anhang 2 zum Umweltbericht Fotomontagen,S2.Darstellung im Kartenausschnitt. Februar 2016, Architekt Karlheinz Fischer Trier

V) Schutzgut „Erholung“

1. Bei  der  umweltfachlichen  Bewertung  der  Prüffläche  Kordel,  wird  beim  Kriterium „Erholung“ (1)  wieder eine Teilflächenrisikoeinschätzung mit dem Gesamtergebnis „mittel-hoch“  angegeben.  Wir  bitten  auch  hier  um  Erläuterung,  warum  nicht  die  höchste Teilflächenrisikoeinschätzung  gleichzeitig  das  Gesamtergebnis  bestimmen  muss,  da eine  Ausweisung  der  Prüffläche  im  FNP  auch  eine  Errichtung  im  höchstbewerteten Teilgebiet  erlaubt.  Desweiteren  hat  es  den  Anschein,  dass  sich  die Teilflächenrisikoeinschätzung  auf  die  ursprüngliche  Prüffläche  3  (27ha)  vor  der Erweiterung  bezieht,  da  die  Teilflächenangaben  auf  der  Karte (2) nicht  nachvollziehbar sind. Die Validität des ermittelten Gesamtrisikos wäre dementsprechend gefährdet. Wir bitten dahingehend um eine Stellungnahme.

2. Bei  der  Risikobewertung  des  Erholungsraums  muss  das  Umfeld  der  Prüfzone hinsichtlich  der  Wahrnehmung  von  benachbarten    Erholungsräumen  einbezogen werden (3) . In der umweltfachlichen Bewertung zum Kriterium „Erholung“ (4)  werden jedoch weder  die  touristischen  Hotspots  „Burg  Ramstein“  und  „Geyersley“,  noch  die  damit verbundenen, regional bedeutenden Wanderwege (Eifelsteig, Kylltalradweg, Römerpfad etc.)  im  direkten  Umfeld  erwähnt,  bzw.  berücksichtigt.  Weiter  weist  die  Karte  der Aussichtspunkte  im  Umweltbericht (5)   die  Burg  Ramstein  nicht  einmal  aus,  obwohl  die  Risikoanalyse  von  2012 6   auf  diese  besonders  zu  beachtenden  Aussichtspunkte hinweist, deren Hauptsichtkreis von Windkraftanlagen   in   der   Nah-   und   Mittelzone  (1500  m)  freigehalten  werden  sollte.  Wir  bitten  um  Begründung,  warum  auf  das Freihalten  des  Hauptsichtkreises  von  Burg  Ramstein  und  Geyersley,  trotz  der Empfehlung (6) verzichtet  wurde  und  bitten  allgemein  um  Erläuterung,  warum  die Außenwirkung  (benachbarte  Erholungsräume)  bei  der  Risikobewertung  nicht berücksichtigt wurde.

(1) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land, Themenbereich Windenergie, Umweltbericht Teil 2 der Begründung. Februar 2016,
Architekt Karlheinz Fischer Trier
(2) Landschaftsplan der VG Trier – Land Plan Nr. 8: Risikoeinstufung Erholung. Mai 2012, Architekt Karlheinz Fischer Trier
(3) Risikoanalyse Landschaftsbild und Erholung im Hinblick auf die Beurteilung von  Windkraftstandorten für das Gebiet des Landkreises Trier-Saarburg, der Stadt Trier und
der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf, S.50  Mai 2012, Architekt Karlheinz Fischer Trier
(4) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land  – Themenbereich Windenergie, Umweltbericht  Teil 2 der Begründung , S.66  Februar 2016,
Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier
(5) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land  – Themenbereich Windenergie, Umweltbericht  Teil 2 der Begründung , S.25. Februar 2016,
Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier
(6) Risikoanalyse Landschaftsbild und Erholung im Hinblick auf die Beurteilung von  Windkraftstandorten für das Gebiet des Landkreises Trier-Saarburg, der Stadt Trier und
der Verbandsgemeinde Thalfang am Erbeskopf, S.51  Mai 2012, Architekt Karlheinz Fischer Trier

VI) Schutzgut „Siedlungen“

1. Den  Außenbereichen  Kunkelborn,  Windmühle,  Helenenberg,  Träg    und  Kimmlingen (1)  wurde  ein Abstand    von  1  km  zu  den  jeweiligen  Prüfungsflächen  zugesprochen.  Der Hochmark, die ebenfalls Ausdruck einer organischen Siedlungsstruktur ist und teilweise mehr  Wohnhäuser  besitzt  als  die  anderen  Außenbereiche,  wurde  als  deklarierte Splittersiedlung,  äquivalent  zu  Wochenendgebieten,  nur  ein  Abstand (2)  von  500m  zur Prüffläche  3  gewährt.  Wir  bitten  um  Erläuterung,  warum  der  Hochmark  ein  anderer Status  als  den  anderen  aufgeführten  Außenbereichen  zugesprochen  und  der  1000m Abstand nicht gewährt wurde. Darüber  hinaus  befinden  sich  in  der  Siedlung  „Hochmark“  ein  Ausflugslokal  und Ferienwohnungen. Das gesamte Gebiet ist mit hoher Erholungseignung deklariert (3) . Hier bitten  wir  um  Erläuterung,  warum  gemäß  dem  Rundschreiben  des  Ministeriums (4)  der 800m Abstand zum Plangebiet nicht gewährt wurde.

(1) Verbandsgemeinde Trier-Land Gesamträumige Fortschreibung des Flächennutzungsplanes der Verbandsgemeinde Trier-Land – Themenbereich Windenergie – Karte FNP
Trier-Land_Windkraft WA 8, Fischer + BHM Planungsgesellschaft mbH i.G, 2016
(2) Verbandsgemeinde Trier-Land Gesamträumige Fortschreibung des Flächennutzungsplanes der Verbandsgemeinde Trier-Land – Themenbereich Windenergie – Karte FNP
Trier-Land_Windkraft WA 9, Fischer + BHM Planungsgesellschaft mbH i.G., 2016
(3) Flächennutzungsplanung VG Trier-Land Windenergienutzung, Plan 7: Wertigkeit Erholung (Auszug Kreisstudie). Oktober 2015 , Architekt Karlheinz Fischer Trier
(4) Hinweise für die Beurteilung der Zulässigkeit der  Errichtung von Windenergieanlagen in Rheinland – Pfalz (Rundschreiben Windenergie) , S. 25, Mai 2013 ,
Gemeinsames Rundschreiben des Ministeriums für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung, des Ministeriums der Finanzen, des Ministeriums für Umwelt,
Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten und des Ministeriums des Innern, für Sport und  Infrastruktur Rheinland-Pfalz.

VI) Allgemeine Fragen :

1. Wir  bitten  um  Erläuterung,  warum  nach  der  nicht  unerheblichen  Vergrößerung  der Prüffläche  3,  das  gesamte  Verfahren  nicht  erneut  durchlaufen  werden  musste.  Der Umweltbericht  verweist (1) zum  Teil  noch  auf  die  alte  Fläche  und  ist  dadurch  teilweise unzutreffend.  Die  alte  Flächenangabe  wurde  selbst  in  der  tabellarischen umweltfachlichen Bewertung (2) nicht geändert.  

2. Wir  halten  die  Visualisierung  der  WEA-Standorte  für  unzureichend,  da  der  Ortsteil Hochmark, der Kylltalradweg  (Abschnitt  Kordel-Ramstein),  der  Eifelsteig  (Abstieg  von der Butzweilerstraße zum Parkplatz Ramstein im unteren Bereich) und die Siedlungen ‚Möhnerberg‘ und ‚Fronholzberg‘ beispielsweise nicht berücksichtigt wurden. Wir bitten daher um eine Simulation mit Angabe der Koordinaten.

(1) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land  – Themenbereich Windenergie, Umweltbericht  Teil 2 der Begründung , S.66, zb.
Teilflächenbeziehungen im Bereich Erholung, Februar 2016, Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier
(2) Gesamträumige Fortschreibung des FNP der Verbandsgemeinde Trier-Land  – Themenbereich Windenergie, Umweltbericht  Teil 2 der Begründung , S.65 Februar 2016,
Architekt Karlheinz Fischer +BHM Planungsgesellschaft mbH i.G. Trier